© NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale -Regionalgruppe „Hermann Vogt“
An der Mulde eine hölzerne Brücke ….
Erlebnisbericht von Oberst a.D. Roland Neuhaus (†)
Aus den Anfangsjahren der NVA
redaktionelle Bearbeitung durch Oberstleutnant a.D. Gerold Möller
IAm
darauffolgenden
Morgen
fuhr
ich
in
Richtung
Halle
zu
jenem
Treffpunkt,
den
ich
mit
dem
dortigen
Direktor
des
Straßenunterhaltungsbetriebes
ausgemacht hatte. Erich Schmidt hieß er, wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt.
Wir
unternahmen
die
Fahrt
in
meinem
Dienstwagen.
Bei
dieser
Gelegenheit
zeigte
sich,
daß
mein
Begleiter,
der
im
Übrigen
eine
Spezialkarte
über
das
Verkehrsnetz
seines
Bezirkes
mit
sich
führte,
dass
er
das
Straßennetz
wie
seine
Westentasche
kannte.
Wenn
es
uns
geboten
erschien,
hielten
wir
an.
Zumeist
geschah
das
an
unübersichtlichen
Kurven,
an
belebten
Kreuzungen
und
an
Engstellen,
vor
allem
aber
an
Eisenbahnübergängen,
Unterführungen
und
Brücken,
die
wir
besonders
in
Augenschein
nahmen.
Gründlich
begutachteten
wir
auch
Ortsdurchfahrten
sowie
den
jeweiligen
Fahrbahnbelag.
Gegen
Ende
der
fünfziger
Jahre
bestand
im
Vergleich
zu
heute
noch
ein
großer
Teil
der
klassifizierten
Straßen
aus
Kopfsteinpflaster,
was
für
Kettenfahrzeuge
ein
Vorteil
war.
Mit
genauen
Angaben
in
meinem
Arbeitsbuch,
darunter
auch
solche
über
bestmögliche
Marschgeschwindigkeiten,
erreichten
wir
alsbald
die
Bezirksgrenze.
Dann
fuhr
ich
weiter
zum
nächsten
Treffpunkt
in
den
Nachbarbezirk Leipzig. Das Straßennetz um Leipzig kannte ich schon besser als das im Bezirk Halle.
Der
Direktor,
Dr.
Heinz
Knobloch,
war
rechtzeitig
am
vereinbarten
Ort.
Vorausschauend
hatte
er,
einen
Kollegen
mitgebracht,
einen
„Brückenfachmann“,
wie
er
ihn
bezeichnete.
Seit
der
Befreiung
vom
Faschismus
hätte
dieser
im
Bezirk
Leipzig
immer
wieder
sein
Können
unter
Beweis
gestellt;
bei
fast
allen
Reparaturen
und
Neubauten
wäre
er
beteiligt
gewesen,
hierbei
auch,
gemeinsam
mit
Pioniertruppen
der
Sowjetarmee,
beim
Errichten
von
Behelfsbrücken,
weshalb
er,
bei
den
sowjetischen Genossen großes Ansehen genieße.Er hieß Artur Petzold.
Wie
vorausgesehen,
brauchten
wir
uns
im
Bezirk
Leipzig
bei
der
Bestimmung
der
Marschstrecke
nicht
lange
aufhalten.
Abschnitt
um
Abschnitt
fuhren
wir
ab, kamen dabei zügig voran. Einen längeren Halt gab es dann aber, als wir gegen Mittag bei Bad Düben die Mulde erreichten.
Eine
einspurige
Brücke
aus
Balken
und
Bohlen
führte
über
den
nicht
sonderlich
breiten
Fluss
hinweg.
Es
war
ein
Behelfsbau,
der
unmittelbar
nach
dem
Krieg
entstanden
war.
Aus
gemäßer
Entfernung
machte
er
noch
einen
recht
ordentlichen
Eindruck.
Aber
als
wir
Schritt
um
Schritt
nähertraten,
sahen
wir
doch,
wie
der
Zahn
der
Zeit
an
der
Holzkonstruktion
genagt
hatte.
Beiden
stand
angesichts
der
Brücke
Zweifel
im
Gesicht,
denn
ein
ganzes
Bataillon
T-
34 aus dem MSR-17 sollte diese Brücke passieren.
Zufällig
wohnte
am
Ort,
im
Gasthof
Wellaune,
wohin
ich
meine
beiden
Begleiter
zum
Mittagessen
einlud,
der
zuständige
Straßenbaumeister.
Den
befragten
wir,
unter
anderem
darüber,
wann
über
dieses
hölzerne
Behelfswerk
zum
letzten
Mal
schwere
Technik
gerollt
sei.
Sowjetische
Einheiten
hätten
diese
Brücke
bisweilen
benutzt,
so
seine
Auskunft.
Und
sogar
schwere
Kampftechnik
wäre
darunter
gewesen.
Allerdings,
mindestens
vier
Jahre
liege
das
inzwischen
zurück.
Und
wie
es
seitdem
im
Kern
der
Stützpfeiler
aussieht,
wer
weiß?
Um
mit
unseren
Bedenken
nicht
übermäßig
viel
Zeit
zu
vergeuden,
unterbreitete
ich
daraufhin
den
Vorschlag,
erst
einmal
die
nachfolgenden
Straßen
abzufahren.
Bis
hin
zum
Übungsgelände
Annaburg
war
es
noch
ein
beträchtliches
Stück
Wegstrecke.
Außerdem
galt
es
noch
die
weitaus
größere
Elbbrücke
bei
Torgau
zu
passieren.
Aber
für
diesen
Flussübergang
lagen,
neueste
statische
Berechnungen
vor.
Kettenfahrzeuge
bis
45
Tonnen
durften
diese
Straßenbrücke
befahren.
Allerdings
mit
folgender
Einschränkung:
nur
jeweils ein Panzer auf dem jeweiligen Brückenteil. Auch Schrittgeschwindigkeit mußte gefahren werden, ferner keine größeren Lenkausschläge!
Blieb
uns
also,
nachdem
wir
bis
zum
Nachmittag
alle
Parameter
bis
hin
nach
Annaburg,
dem
Raum
der
Verlegung,
beisammenhatten,
nur
noch
unser
Sorgenkind an der Mulde.
weiter …