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NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
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An der Mulde eine hölzerne Brücke …. Erlebnisbericht von Oberst a.D. Roland Neuhaus (†)
Aus den Anfangsjahren der NVA redaktionelle Bearbeitung durch Oberstleutnant a.D. Gerold Möller
Als ich den Uferhang hinabstieg, um mir die Balkenkonstruktion von unten anzusehen, glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen. Da war schon jemand. Er war mir zuvorgekommen. Arthur Petzold tapste bereits, in gebeugter Haltung Pfeiler, Querstreben und Bohlen begutachtend, unter der Brücke herum. Von unten sah alles noch recht solide aus. Meter um Meter tasteten wir nun gemeinsam die Brückenkonstruktion mit unseren Blicken ab. Wie das Gebälk wohl in seinem Inneren beschaffen sein mag? Mürbe? Wurmstichig? Mit unseren Taschenmessern machten wir eine Probe. Manchmal hielt das Holz der zustoßenden Klinge stand. Es gab aber auch Stellen, wo sich das Messer mühelos bis zum Schaft in die Pfeiler stoßen ließ. - Ob sich an diesen Stellen Verstärkungen anbringen lassen? Und wie war es um den Überbau bestellt? Wie verhielt der sich, wenn ein Fahrzeug die Brücke passierte?Am Montagmorgen mit einer Aktennotiz, die ich bis zum Dienstbeginn anfertigte und in der ich die Ergebnisse meiner bisherigen Rekognoszierungen in knapper Form zusammengefasst hatte, meldete ich mich beim Oberstleutnant Gutermuth, dem Leiter der Abteilung Gefechtsausbildung. Er ließ mich berichten, schien hierbei sichtlich zufrieden mit dem, was ich zu sagen hatte. In diesem Zusammenhang erwähnte ich, daß es erforderlich sei, die Behelfsbrücke bei Bad Düben noch
Lenkausschläge und ruckartige Bewegungen über den Bohlenbelag zu führen. Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme wäre es gut, würde die Brückenmitte auf ihrer ganzen Länge mit einem weißen Kreidestrich, falls es bei Nacht hinüberging, mit Leuchtfarbe markiert. Darüber informierte ich Oberstleutnant Gutermuth, daß alles, was mit dem Marsch des Mot. Schützenregiments, vor allem seines Panzerbataillons zusammenhing, in seinen Grundzügen durchdacht war. Nun kam es darauf an, die Gesamtdokumentation hierfür zu erarbeiten, denn schließlich war ein ca. 100 Km-Landmarsch zu bewältigen. Das war eine Arbeitsetappe, die ich nur gemeinsam mit meiner Arbeitsgruppe, unter Anspannung aller Kräfte und unter bestmöglicher Ausnutzung des uns zur Verfügung stehenden Zeitfonds erfüllen konnte. Es würde zu weit führen, müsste ich im Detail aufzählen, was hierbei alles zu bedenken war. Aus der Fülle unterschiedlichster Probleme greife ich deshalb nur heraus, was wir in Zusammenarbeit mit den zuständigen Dienststellen der Deutschen Reichsbahn zu klären hatten. Beispielsweise benötigten wir, da während des Marsches zahlreiche Bahnübergänge überquert werden mußten, genaue Angaben darüber, wann diese von Zügen des Güter- und Personenverkehrs passiert wurden. Auch galt es in Erfahrung zu bringen, ob es sich um elektrifizierte Strecken handelte, mußten in so einem Falle doch rechtzeitig alle Antennen von den Fahrzeugen und Panzern abmontiert werden, damit es ja nicht zu einer Berührung mit den freihängenden Fahrleitungen kam. Vor allem aber die diversen Aufgaben im Zusammenhang mit dem Rücktransport vom Truppenübungsplatz! Der nämlich sollte nicht auf der Straße, sondern auf dem Schienenwege erfolgen. Also mußte die gesamte Technik, sei es LKW oder Kübelfahrzeug, Panzer oder Schützenpanzer, Kanone oder Feldküche, ausgezählt werden kurzum alles, was das Tor des Mot. Schützenregiments verließ, damit die entsprechenden Verladepläne erarbeitet und die genügende Anzahl an Eisenbahnwaggons bereitgestellt werden konnte. Fortsetzung folgt
einmal von Spezialisten begutachten zu lassen. Denn darin sah ich noch einen Hoffnungsschimmer: im sachkundigen Urteil von jenem Offizier der Pioniertruppen, der mittlerweile meiner Arbeitsgruppe zugeteilt worden war. - Vielleicht wusste er einen Rat? Um es kurz zu machen: meinem Anliegen wurde stattgegeben. Nach seiner Einschätzung müssten zumindest die Stützpfeiler verstärkt werden. Eine neuerliche Begutachtung durch ihn zusammen mit seinen Spezialisten brachte die Erkenntnis daß die Tragfähigkeit der Brücke gerade noch so reichen würde. Einige grundsätzliche Forderungen jedoch müssten strikt eingehalten werden. So dürften die Panzer nur einzeln und im Schritttempo, möglichst mit einem Abstand von etwa 200 Metern, die Überfahrt passieren. Das Gefechtsfahrzeug selbst darf dabei lediglich vom Fahrer besetzt sein, alles andere muß vorher absitzen. Ratsam wäre es in diesem Zusammenhang, unmittelbar am Ort jeden Panzerfahrer noch dahingehend zu instruieren, sein Fahrzeug ohne