Kalenderblätter
NVA - Interessengemeinschaft Halle/Saale
NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
© NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
Schwerter zu Pflugscharen
OHNE MICH, aber erinnert von Major der NVA, Thomas Engelhardt
Die Statue zeigt das Denkmal "Schwerter zu Pflugscharen". (Bild rechts) Die Bronzeskulptur wurde 1959 von der Sowjetunion an die Vereinten Nationen (UNO) geschenkt. Sie steht vor dem UNO-Hauptquartier in New York City. Das Motiv ist ein Symbol für weltweite Abrüstung und Rüstungskonversion und bezieht sich auf eine Bibelstelle aus dem Buch Micha. In der DDR wurde das Motiv ab 1980 zum Symbol der staatsunabhängigen Friedensbewegung. Am 18. November 1981 werden in der DDR 100.000 "Schwerter-zu-Pflugscharen"-Aufnäher verteilt. Sie gelten als Erkennungszeichen der Friedens- und Umweltbewegung. Der "Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR" veranstaltete seit 1980 jährliche Friedensdekaden unter diesem Symbol. Zweifellos eine mutige, visionäre wie auch naive Forderung in einer Zeit, in welcher der „Kalte Krieg“ das weltpolitische Klima beherrschte. Folgerichtig das rigorose Vorgehen des DDR-Staates gegen die Initiatoren. Dessen Haltung: „Kämpfen können, um nicht kämpfen zu müssen“. Besonders makaber - ob gewollt oder ungewollt - standen sich gleichermaßen friedenswillige unvereinbar gegeüber.
Schade für den Friedenskampf. Heute verschwiegen: Ausgerechnet die DDR hat unter Federführung Erich Honeckers 1988 das größte deutsche „Schwerter zu Pflugscharen“ Projekt gestartet. Die einseitige Abrüstung von 10 000 Soldaten und 1000 Panzern. Das will heute niemand wissen, geschweigen in „Ost“ Sendungen daran erinnern.
Bleibt die Frage: Was ist eigentlich aus den Aktivisten (und ihren Kindern) von damals geworden, wo bleibt ihr Mut, ihr Friedenswille, wenn kriegslüsternde Politiker sich heute nicht scheuen, Kriegsgespenster an die Wand zu malen, und dies mit abenteuerlichen, geschichtsleugnerischen Argumenten und Zielen, welche Deutschland schon einmal in den Ruin gestürzt haben. Wo bleiben Vernunft, Sachverstand und Diplomatie. Werden sie nicht hellhörig und aktiv mit Blick auf die explodierenden Renditen der Rüstungsaktien? Oder hatte die DDR 1981 etwa tatsächlich Recht, als sie sich dem „Pflugscharenspuk“ entgegenstellte.
Klarstellung: Dem geschichtsbewussten Leser ist es sofort aufgefallen, das Zitat: „Kämpfen können, um nicht kämpfen zu müssen“, i st gar nicht Kriegsrethorik der DDR. Nein, Es waren bemerkenswerte Worte, geäußert vom Verteidigungsminister Boris Pistorius am 29. Oktober 2023 in der Sendung „Berlin direkt“. [ Quelle ] Und Überholen, ohne einzuholen geht doch! Seine Worte: „Wir müssen kriegstüchtig werden“, zu DDR-Zeiten unvorstellbar. Das Tollste, der geschundene, vergrämte und degradierte „NVA-Landser“, gedient in einem „fremden Heer“, darf dabei sein. Endlich wieder dazugehören - wenn da nicht endlich zusammenwächst, was zusammengehört. Und wahrscheinlich auch zusammengeschossen wird. Egal, wir sind endlich ein Volk, vereint beim nächsten Volkstrauertag, Oder?