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NVA - Interessengemeinschaft Halle/Saale
NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
© NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
II. Weltkrieg und der 22. Juni 1941
Der II. Weltkrieg war im Unterschied zum I. Weltkrieg kein reiner Krieg zur Neuaufteilung der Welt, es war ein Krieg der Völker vernichten, versklaven und im Endeffekt zur Weltherrschaft führen sollte. Ein entscheidender Schritt dazu war das Münchener Abkommen vom 29. September 1938, die Befriedigungspolitik der Staatsoberhäupter Englands und Frankreichs, die den faschistischen Regierungen in Deutschland und Italien freie Hand ließen. Dieses Münchener Abkommen ebnete den Weg zur Besetzung der Tschechoslowakei und führte am 01. September 1939 zum direkten Ausbruch des Krieges mit dem Überfall auf Polen. Der deutsche Imperialismus begann seinen Feldzug um die Weltherrschaft. England und Frankreich erklärten zwar am 03. September 1939 Deutschland den Krieg, unternahmen allerdings keinerlei Kampfhandlungen zur Verteidigung Polens, obwohl es
Verpflichtungen und Verträge gab. England und Frankreich führten den sog. „komischen Krieg“ und waren überzeugt davon, das mit der Niederlage Polens der „Marsch gen Osten“ weitergeführt werde. Sie wurden eines Besseren belehrt. Bevor der Überfall auf die UdSSR erfolgte sicherte sich Hitlerdeutschland das europäische Hinterland. Vom 09. April 1940 bis 22. Juni 1940 eroberte die faschistische deutsche Wehrmacht Dänemark, brach in Norwegen ein, besetzte Belgien, Holland und Luxemburg und brachte Frankreich eine Niederlage. Dafür waren nur 75 Tage erforderlich. Danach wurde die Operation „Seelöwe“ geplant, die die Eroberung Englands zum Ziel hatte. Das gelang nicht. Im Weiteren fielen deutsche Truppen (6. April 1941) in Jugoslawien und Griechenland ein. Sie hatten nach 12 Tagen die Kapitulation Jugoslawiens in der Tasche und zum 01. Juni war Griechenland besetzt. Damit hatte man sich die Südflanke für den weiteren Krieg gegen den Osten gesichert. Diese bisherigen Ereignisse, die 600 Tage umfassten (vom 01. September 1939 bis zum 22. Juni 1941) bestärkten die Hitlerfaschisten darin, dass es in Europa schalten und walten konnte, ohne ernsthafte Gegenwehr zu erwarten. Die schnellen Siege und die relativ geringen Verluste (etwa 300.000 Mann) bestärkten die faschistische Führung in ihrer Überzeugung, dass die „Blitzkriegs-Strategie“ unfehlbar sei und ein Feldzug gegen die Sowjetunion ebenso erfolgreich sein könnte. Man muß unwillkürlich an die Worte des Hitlerschen Generalstäblers Jodl denken: „Wenn wir nicht schon 1939 eine Niederlage erlitten haben, so nur, weil rund 110 französische und britische Divisionen, die während unseres Polenfeldzuges im Westen standen, völlig untätig blieben.“ Untätig? Weshalb? Als am 30. November 1939 der sowjetisch finnische „Winterkrieg“ begann, hatten die USA, England und Frankreich aber plötzlich Kapazitäten, militärische Güter und Personal zur Unterstützung Finnlands gegen die UdSSR einzusetzen. Am 05. Februar 1940 wurde durch den Alliierten Obersten Kriegsrat beschlossen, starke Expeditionsstreitkräfte nach Finnland zu senden, obwohl ja schon der Kriegszustand mit Deutschland bestand. Die finnische Regierung nahm allerdings zum 12. März 1940 die sowjetischen Friedensbedingungen an und damit war dieser Plan gegen die UdSSR vereint loszuschlagen erledigt.