70 Jahre NVA und 11.MSD
NVA - Interessengemeinschaft Halle/Saale
NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
© NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
„Bevor alles begann - Vom Offiziersschüler der KVP in die 11.MSD,“ OSL a.D. Manfred Kamprat war dabei
Plauen wurde Infanterie-Offizierschule I) im Objekt eines sowjetisch selbstständigen Panzerregiments. Dazu hatten wir eine neutrale blaue Kombi anzuziehen, um nicht sofort als KVP Angehöriger erkannt zu werden. Im April 1955 bildete die Vorbereitung auf die Militär-Parade in Berlin den Ausbildungsschwerpunkt. Bei der Parade am 1. Mai 1955, paradierten wir wie die Sowjetarmee mit Schirmmütze und Karabiner, Bajonett aufgeklappt ("Gewehr zur Hand"). 1956 dann schon in der NVA-Uniform , aber auch noch mit Schirmmütze und Karabiner. Die neue Uniform, die wir im April 1956 erhielten, die uns ungleich besser gefiel als die Stehkragen-KVP-Uniform, war für uns das Bemerkenswerteste des Übergangs von der KVP zur NVA. Die Ausbildung und das sonstige militärische Leben erfuhr mit dem Übergang zur NVA kaum Veränderungen. Die Drillichuniform als Dienstuniform behielten wir. Die Weiterverpflichtung auf 10 Jahre für den Dienst in der NVA und den Schwur der Volksarmee wurde von uns ohne Diskussion unterschrieben. Wir erlebten kurze Sommerlager auf dem TÜP Nochten, Hermsdorf und Syrau. Dort absolvierten wir das Schießen mit Pistole, den Schützenwaffen, mit dem sMG, das Granatwerferschießen. Bei der Pak-45 gab es nur Unterweisung, noch keine Munition vorhanden. Das Schießen mit dem 12,7 mm Fla MG DschK M 38/46 erfolgte in Syrau (Schießplatz der Sowjetarmee). Das Führen von Gruppen, die Zugführerausbildung wurde durch zeitweilige Übernahmen der Ausbildung, in der entsprechenden Führungs-Funktion realisiert. Sehr wertvoll für uns waren die jährliche Truppenpraktika. Die ersten zwei Jahre wurde wir als Ausbilder der GST-Ausbilder und Funktionären in der Schieß- und Geländeausbildung auf Stützpunkten der GST eingesetzt. Erstmals im Sommer 1956 ging es direkt in die Truppe, für mich als Zugführer, in das A-Kommando nach Leipzig. Ich hatte nur
70 Jahre Gründung der NVA und der 11.MSD Erinnerungen und Gedanken aus 35 Jahren Kampf für Frieden zurück 1954 weiter
wenige Soldaten (14) als Auszubildende, der Bereich war kadriert, die Umbildung zum Mot-Schützen-Regiment-16 hatte gerade erst begonnen. Ende August 1957 gab es eine weitere Kommandierung zu einer Kommandostabs- und Truppenübung mit der 1.MSD und sowjetischen Truppen in Brandenburg. Ich war erneut als Zugführer in einer Mot-.Schützen-Einheit eingesetzt. Erstmals führte ich eine Einheit unter Gefechtsbedingungen. In Erinnerung blieb mir: mit ganzen Einsatz baute auch mein Zug vom frühen Abend bis in die Nacht ein Grabensystem zur Verteidigung aus (wohl eine Scheinstellung), die wir dann "leise, ungesehen" nach rückwärts verlassen mussten, um weiter hinten erneut Gräben auszuheben (nun die wirkliche Verteidigungsstellung). Auch am nächsten Tag beim Angriff mit Panzern T-34 (teils aufgesessen) hatten wir zum ersten Mal real mit Panzern zu tun (nicht nur eine Zeltbahn an den Ecken gehalten als Panzerimitation).