© NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
Es war im Juli 1958.
Ich war damals Stellvertreter
des
Kompaniechefs
TA
einer
Panzerkompanie
im
MSR-16.
Der
Stellvertreter
TA
des
Panzerbataillons,
Hauptmann
Bergmann
nahm
uns
TA’s
der
Panzerkompanien
zusammen
und
fuhr
mit
uns
nach
Taucha
bei
Leipzig.
Unseren
erstaunten
Blicken
öffnete
sich
uns
nahe
dieser
Ortschaft
ein
Gelände
von
Trümmern
übersät,
mit
kleinen
Bäumen
und
Strauchwerk
sowie
Gras
bewachsen.
Ein
zweistöckiges
Gebäude,
ohne
Türen
und
Fenster
war
gleichfalls
dort
vorhanden.
Nun
ließ
Hauptmann
Bergmann
die
Katze
aus
dem
Sack
und
eröffnete
uns,
dass
hier
der
ideale
Platz
für
ein
Fahrschulgelände
vorhanden
sei.
Dieses
müsse
natürlich
entsprechend
den
Vorschriften
und
Normativen
hergerichtet,
also
ausgebaut
werden.
Bei
der
intensiveren
Inaugenscheinnahme
stellten
wir
fest,
dass
die
Geländeverhältnisse
mit
schmalen
Wegen,
Häusertrümmern,
Senken
und
Hänge
natürliche
Gegebenheiten
waren,
die
es
auszunutzen
galt.
An
einem
dort
befindlichen
Teich
trafen
wir
dabei
auch
2
Angler
die
uns
bereitwillig
Auskunft
gaben
und
mitteilten,
70 Jahre Gründung der NVA und der 11.MSD
Erinnerungen und Gedanken aus 35 Jahren Kampf für Frieden
zurück 1958
weiter
dass
hier
ein
Motorenwerk,
die
„Mitteldeutschen
Motorenwerke
(kurz
auch
MiMo
genannt)
zu
den
„Hermann-Göring-Werken“
gehörend
stand,
in
dem
Panzer-
und
Flugzeugmotoren,
produziert
wurden.
Lt.
Potsdamer
Abkommen
wurde
es
1946
von
der
Sowjetarmee
demontiert
und
die
Gebäude
gesprengt.
Nachdem
wir
eine
ungefähre
Fahrschulstrecke
skizziert
hatten,
begannen
die
Vorbereitungen
zum
Ausbau.
Tage
später
fuhren
wir
mit
mehreren
Panzern
T-34/85,
Werkstattwagen
und
natürlich
mit
unseren
Soldaten
und
Unteroffizieren
zum
Ausbau.
Organisiert
waren
auch
die
Teilnahme
von
Spezialisten
aus
der
Pionierkompanie
mit
ihren
Planiergeräten,
wie
BAT
(russisch БАТ,
kurz
für
Бульдозер
на
артиллерийском
тягаче,
„Bulldozer
auf
Artillerieschlepper“,
eine
überschwere Planierraupe aus sowjetischer Produktion),
und
andere.
Dann
wurde
planiert,
aufgeschüttet,
betoniert
und
z.
T.
auch
die
vorhandene
Trümmerlandschaft
so
verändert,
dass
keine
Unfallquellen
bestehen
blieben.
Nur
3
Wochen
später
war
die
erste
Fahrschulstrecke
für
das
Panzerbataillon
des
MSR-16
fertiggestellt
und
ein
Panzer
durfte
die
Strecke
testen.
Peinlich
genau
wies
Hauptmann
Bergmann
den
Panzer
bei
jedem
Hindernis
in
die
Besonderheiten
zwischen
Zu
–
und
Abfahrten,
Ausweichspuren
und
Hindernisbrücken
ein
und
markierte
den
Verlauf
der
Strecke.
Der
Beginn
der
Fahrschulstrecke,
die
Ablauflinie
wurde
mit
schwarz-weiß
bemalten
Pfählen,
mit
der
Nummerierung
1-5
am
ehemaligen
Verwaltungsgebäude
gekennzeichnet.
Daneben
wurde
ein
Feldpark
eingerichtet,
für
Panzer,
die
über
Nacht
verbleiben
mussten,
wie
auch
Zeltunterkünfte
für
Wach-
und Sanitätspersonal und zu erforderlichen Wartungsarbeiten.