70 Jahre NVA und 11.MSD
NVA - Interessengemeinschaft Halle/Saale
NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
© NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
Um den 20.Januar 1970 informierte der damalige Kommandeur des MSR-16, Oberstleutnant Grumpelt, die Offiziere von einer Festlegung des Ministers für Nationale Verteidigung. Dieser teilte dem Regiment per Fernschreiben mit, das zum 01. März 1970, dem 14. Jahrestag der Gründung der NVA, das MSR-16 den verpflichtenden Ehrennamen „Robert Uhrig“ eines antifaschistischen Widerstandskämpfers verliehen bekommt. Seine Frage an uns lautete: „Wer kennt diesen Widerstandskämpfer“? Großes Schweigen! Dann meldete ich mich und meinte, dass in der Tageszeitung „Neues Deutschland“ ja regelmäßig zu bedeutsamen Jubiläen von Widerstandskämpfern Artikel erscheinen und ich diese sorgfältig aufbewahre. Darunter könnte wohl auch etwas über diesen Mann veröffentlicht sein. Ich durfte dann mit seinem Dienstwagen nach Hause und meine gesammelten Unterlagen holen, unter denen sich auch mehrere Artikel über Robert Uhrig befanden. Sie wurden dann vom Kommandeur und weiteren Stabsoffizieren aufmerksam gelesen. Dann machte ich den Vorschlag, über das in Berlin ansässige Komitee der antifaschistischen Widerstandskämpfer und zugleich mit der Autorin der ND-Artikel, Genossin Luise Kraushaar in Verbindung zu treten, um damit auch weitere Schritte bezüglich vorhandene Verwandte einzuleiten. Über das o.g. Komitee bekam ich recht zügig Verbindung zur Genossin Kraushaar und die Telefonnummer der Ehefrau von Robert Uhrig, Genossin Charlotte Uhrig. Wir tauschten erste Gedanken aus, verabredeten ein Treffen zum 25. Januar 1970 in Berlin. Es wurde eine herzliche Begrüßung von Seiten der Genossin Charlotte Uhrig in ihrer Wohnung in der 6. Etage des Hochhauses am Berliner Leninplatz 37. Im Verlaufe des Gespräches, das ich mit dem mitgeführten Tonbandgerät aufnahm erzählte Charlotte Uhrig über das Leben und Wirken ihres Mannes während der Naziherrschaft in Deutschland. Sehr emotional informierte sie über die
70 Jahre Gründung der NVA und der 11.MSD Erinnerungen und Gedanken aus 35 Jahren Kampf für Frieden zurück 1970 weiter
Widerstandsgruppe in Berlin und vor allem über die große Verhaftungswelle dieser Gruppe, die auch für Robert Uhrig das Aus bedeutete. Sie selbst und Genossin Kraushaar, die schon genannte Autorin der ND-Artikel gelang es sich zu verbergen und sich anderen Widerstandsgruppen anzuschließen. Nachdem ich auch über unsere Regiment und seine bisherigen Ergebnisse in der Ausbildung informiert hatte, bat ich Genossin Uhrig, Gedanken für unsere Armeeangehörigen auf das Band zu sprechen. Dem kam sie gerne nach und formulierte zugleich einen Appell das Vermächtnis ihres Mannes, des Genossen Robert Uhrig mit Bestleistungen in der Ausbildung zum Schutz der DDR zu erfüllen. Mit der mündlichen und späteren auch schriftlichen Einladung zum 01. März 1970 bei der Namensgebung persönlich anwesend zu sein, verabschiedeten wir uns. Im Regiment angekommen wurden die Tonbandaufnahmen sofort mehrfach kopiert und allen Einheiten zur Verfügung gestellt.