© NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
„Wie ich Adjudant wurde …“
erinnert sich Oberst a.D., Joachim Kampe
Noch
aber
war
ich
einer
von
mehreren
Offizieren,
die
zur
Auswahl
standen.
Warum
sollte
die
Entscheidung
gerade auf mich fallen.
70 Jahre Gründung der NVA und der 11.MSD
Erinnerungen und Gedanken aus 35 Jahren Kampf für Frieden
zurück 1974
weiter
Im
Lottospiel
hatten
wir
auch
nie
das
Glück
auf
unserer
Seite.
Eine
Dienstreise
zum
Ministerium
für
Nationale
Verteidigung
würde
kurzfristig
folgen,
so
der
Stabschef
der
11.MSD
bei
Entgegennahme
meiner
Bereitschaftsmeldung.
Das
Jahr
1973
neigte
sich
seinem
Ende
entgegen.
Erstmals
freut
sich
die
Familie
auf
einen
Winterurlaub
in
einem
Ferienobjekt
in
Oberwiesental,
wo
mich
nur
wenige
Tage
nach
Ankunft
ein
Blitztelegramm
erreichte.
Es
beinhaltete
die
Aufforderung,
mich
am
08.
Januar
1974
09.00
Uhr
im
Sekretariat
des
Ministers
in
Strausberg
zu
melden.
Woran
wir
nicht
glaubten
wurde
möglicherweise
zur
Gewissheit.
Eine
Urlaubsunterbrechung
war
unausweichlich.
Über
den
Wohnort
zum
Umkleiden
meldete
ich
mich
zeitgerecht
beim
Leiter
des
Sekretariats
des
Ministers
in
Strausberg.
Die
Knie
waren
schon
ein
wenig
weich,
trotz
Winterkälte
war
mir
warm.
Ein
zweiter
Kandidat
für
die
Funktion
des
Adjutanten
war
schon
anwesend,
ob
andere
noch
folgen
würden,
unklar.
Dennoch
glaubte
ich
noch
immer
nicht
daran.
Ich
war
von
der
Sekretärin
des
Ministers
aufgefordert,
im
Vorzimmer
Platz
zu
nehmen,
Kaffee
wurde
gereicht.
Ich
sah
mich
um,
eine
Einrichtung
wie
sie
in
der
Truppe
nicht
üblich
ist.
Plötzlich
öffnet
sich
die
Tür
vom
Dienstzimmerdes
Ministers.
Er
bittet
mich
höflich
einzutreten.
Militärisch
exakt
und
vorschriftsmäßig
melde
ich
mich
zur
Stelle,
fast
väterlich
reicht
er
mir
seine
Hand
zur
Begrüßung.
Ich
könnte
sein
Sohn
sein,
bin
32
Jahre
alt,
der
Minister
ist
64.
Meine
Personalakte
lag
vor
ihm.
Er
sprach
mich
mit
Vornamen
an,
kam
sofort
auf
den
Punkt
und
sagte,
er
suche
einen
Adjutanten,
fragte
nach
meiner
Bereitschaft,
die
ich
bejahte,
um
danach
im
Dienstzimmer
des
Leiters
des
Sekretariats
zu
warten.
Mir
entging
nicht,
dass
der
Minister
zwischenzeitlich
das
Gespräch
mit
weiteren
Offizieren
führte.
Erneut
bat
mich
der
Minister
zum
Gespräch.
Seine
Entscheidung
war
getroffen,
er
hat
sich
für
mich
entschieden.
Meinen
Dienst
als
Adjutant
habe
ich
am
29.
Januar
1974
anzutreten.
Nun
erst
interessiert
er
sich
für
meine
bisherige
Entwicklung
und
die
der
Familie.
Den
Leiter
des
Sekretariats
beauftragt
er,
mich
noch
am
gleichen
Tage
seiner
Frau
vorzustellen.
Damit
in
Verbindung
könne
ich
die
zu
beziehende
Wohnung,
ganz
in
der
Nähe
des
Wohnhauses
des
Ministers
besichtigen.
Noch
immer
ist
mir
unklar,
welche
Aufgaben
im
Detail
ein
Adjutant
zu
erfüllen
hat,
schriftliche
Festlegungen
dazu
gibt
es
nirgends.
Der
Minister
spricht
von
der
ständigen
Begleitung
seiner
Person
auf
Dienstreisen,
Details
bleiben
aus.
Meine
Erfahrungen
sollte
ich
später
machen.
(„Der
Adjutant
seiner
Macht“-
unveröffentlicht)
Erstmals
in
meinem
Leben
sitze
ich
in
einem
Regierungsfahrzeug
vom
Typ
„Tatra
603“,
welches
mich
zur
Wohnung
des
Ministers
und
unweit
davon
zum
künftigen
Wohnsitz
bringt.
Kurz
und
höflich
werde
ich
mit
einer
Tasse
Kaffee
von
der
Ehefrau
des
Ministers
empfangen,
sie
ist
fast
mein
Jahrgang.
Wenig
später
besichtige
ich
ein
saniertes
Zweifamilienhaus
mit
Garten,
entscheide
mich
ohne
Rücksprache
mit
meiner
Familie
für
eine
Wohnung
im
Haus.
So
auch
der
Umzug
nach
Strausberg,
nur
wenige
Tage
in
der
Funktion,
an
einem
Donnerstag
in
den
Abendstunden
in
der
Wohnung
des
Ministers,
erfährt
meine
Ehefrau
am
Freitag
auf
ihrer
Arbeitsstelle
vom
Verladen
der
Möbel
am
folgenden
Montag
und
ihrer
Kündigung.
Die
Möbel
sind
am
Dienstag
in
Strausberg
noch
nicht
richtig
abgeladen,
werden
wir
zum
Mittagessen
vom
Minister
in
einem
Gästehaus
eingeladen.
Der
geplante
Flug
einer
Militärdelegation
vom
Flughafen
in
Berlin-
Schönefeld
kann
infolge
schlechten
Wetters
nicht
stattfinden,
wird
verschoben.
Nur
wenige
Tage
verbleiben
für
das
Auspacken
der
Möbel,
anstelle
von
Gardinenstangen
befinden
sich
Besenstiele
angebracht
zur
Imitation.
Erst
nach
Wochen
eines
Auswärtsaufenthaltes
des
Ministers
konnte
ich
mich
denGardinen
in
der
eigenen
Wohnung
zuwenden.
1977 mit Autogramm
am 06.07.2026