70 Jahre NVA und 11.MSD
NVA - Interessengemeinschaft Halle/Saale
NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
© NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
Wo sind all die Frauen hin… Erinnerungen einer Soldatenfrau
Wie ich so die Aktivitäten meines Ehemannes bezüglich der Artikelserie zum 70. Jahrestag der NVA verfolge, stellt sich mir die Frage: Wo sind all die Frauen hin, wo sind sie geblieben? Was wären die Armisten ohne ihr Hinterland „Familie“? Ich will ja nicht sagen, dass das Familienleben immer alles ist .. Wenn ich mich an meinen ersten Aufenthalt in Bad F. 1978 erinnere, muss ich grinsen.Ich, die Studentin im letzten Studienjahr, besuche meinen Mann, den jungen Leutnant. Während der Zugfahrt von Berlin nach Bad F. betrachte ich die Gegend und sinniere über meine Zukunft hier am Kyffhäuser. Berlin Bad Frankenhausen, das sind Welten! Aber erst einmal freue ich mich auf meinen Liebsten, der mich vom Bahnhof abholt, dachte ich jedenfalls. Kleiner Bahnhof, ein einsamer Soldat, kein Thomas… Was tun? Kurz entschlossen folgte ich dem Soldaten über die Gleise. Der muss ja wohl ins Objekt. Mit Reisetasche wird jeder Weg immer länger. Angekommen, melde ich mich an der Wache und erfahre, dass ich kurz warten muss, denn der Leutnant hat noch zu tun. Das kurze Warten dauert 2 Stunden, dann kommt er mit einem Lächeln und wir marschieren in den Ort zu unserem Quartier. Es war ein sehr schönes Wochenende!!! Im Sommer beendete ich mein Studium und Thomas löste mich dafür in Berlin ab (Lehrgang).
70 Jahre Gründung der NVA und der 11.MSD Erinnerungen und Gedanken aus 35 Jahren Kampf für Frieden zurück 1979 weiter
am 10.08.2026
Pünktlich 4 Wochen nach meiner Diplomverteidigung wird unsere Tochter in Gera geboren (funktionierende sozialistische Planwirtschaft eben). Ich wohne noch in Gera und das Telegramm der Schwiegermutter an den jungen Vater sorgt für Verwirrung: Mutter und KINDER wohlauf. Von Mehrzahl war nie die Rede! Bis heute ist unklar, ob ein Übermittlungsfehler im Amt oder die Aufregung der frischgebackenen Oma die Ursache war. Immerhin, es gelang Thomas, zumindestens bei einem unserer 3 Kindern, mich in die Klinik zu begleiten… Ähnliche Situationen kennt jede Soldatenfrau, Warten gehörte zum Alltag genauso wie das schreckliche Gekreische der Sirenen im Haus oder das Klingeln des Kradmelders. Briketts kommen ohne Rücksicht oft genau dann, wenn die Männer im Feld sind. Kinder krank, Mann irgendwo… Aber das Gemeinschaftsgefühl unter den Frauen war groß, man half sich immer! Es brauchte nicht viel Worte, denn alle waren oft genug in der gleichen Situation. Das galt auch für die Solidarität in den Hausgemeinschaften. Es gab auch keine Geheimnisse - spätestens, wenn sich die Soldatenfrauen kollektiv in der Fleischabteilung der HO trafen, war klar, eine Truppenübung stand bevor. Aber wir wollen auch an die guten Dinge denken: Krippenplatz, Wohnung, Arbeit in der Nähe, Schule im Ort, immer mal etwas Schönes oder Leckeres aus der MHO, die Feiern nicht zu vergessen, voran auch das „Fest der sozialistischen Soldatenfamilie“, welches jährlich mir großem Aufwand in der Armeewohnsiedlung stattfand. Fazit: Wenn unsere Männer irgendwo auf den TÜP`n ihre Pflicht erfüllten, waren es Zuhause ihre Frauen, welche ihnen dabei leise, aber nicht weniger engagiert, den Rücken stärkten!
Papa ist auf Arbeit