70 Jahre NVA und 11.MSD
NVA - Interessengemeinschaft Halle/Saale
NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
© NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
„Die NVA und Österreich“ Erinnerungen von Oberst a.D., Jürgen Hartmann
Als Mitglied einer Militärdelegation der Nationalen Volksarmee der Deutschen Demokratischen Republik in die Republik Österreich vom 24.06.1985  bis 29.06.1985 unter Leitung von Generaloberst Horst Stechbarth Teil 2 Erinnerungen an den 26. Juni 1985 Es ging am frühen Morgen zum Wilden Kaiser nach Tirol. Dort besuchten wir, dass Jägerbataillon-21 (JB-21) und lernten die dortige Ausbildung kennen. In ca. 2000 m Höhe wird ausgebildet z. B. mit Märsche im Hochgebirge, dem Leben und Überleben im Hochgebirge aber auch die Vorbereitung auf Einätze zur Rettung bei Lawinenunglücken. Der Bataillonskommandeur Major Joos erläuterte sehr anschaulich. Das Edelweißabzeichen befindet sich an der Kopfbedeckung. Der Landeshauptmann von Tirol teilte uns mit: „Das in Tirol alle Kinder mit Skier an den Füssen geboren werden und es beim Geburtsvorgang wenig Schwierigkeiten gäbe“. Das heiterte
70 Jahre Gründung der NVA und der 11.MSD Erinnerungen und Gedanken aus 35 Jahren Kampf für Frieden zurück 1985 weiter
uns alle auf. Nach einem feldmäßig organisierten Mittagessen ging es mit dem Hubschrauber zum Truppenübungsplatz Hochfilzen. Der Truppenübungsplatz Hochfilzen befindet sich im Gebiet der Gemeinde Hochfilzen in Tirol. Er wird traditionell vom Militärkommando Salzburg betreut. Der Truppenübungsplatz umfasst ca. 1400 Hektar gebirgiges Gelände im Bereich der westlichen Ausläufer der Leoganger Steinberge. Uns begrüßte der dortige Kommandant, Oberst Kaltner. Er erwähnte dabei auch, dass die DDR- Biathleten hier auch ihr jährliches Trainingslager absolvieren. Wie auch schon bei den Hochgebirgsjäger am Wilden Kaiser erfolgten Vorführungen mit Tragtieren die die Ausrüstung, die Waffen und Munition im unwegsamen Gelände des Hochgebirges transportieren.
Das Tragtierzentrum des Bundesheeres, stationiert am Truppenübungsplatz Hochfilzen, ist nicht nur die Heimat der Tragtiere, sondern auch das Kompetenzzentrum für ihren Einsatz. In modernen Stallungen werden dort 56 Tragtiere - Haflinger und Esel - gehalten. Wir erfuhren, dass für bestimmte Maßnahmen des Bundesheeres außerhalb der Truppenübungsplätze das Gelände, wie Wiesen, Äcker u.a. von den dortigen Eigentümer zu mieten bzw. pachten sei und natürlich deren Genehmigung vorliegen muss. Bei einer dieser Vorführungen auf einer abgeernteten Wiese erkannte ich meinen Chef der Landstreitkräfte so wie er auch uns gegenüber mit seiner Wertung immer den Kern traf. Er meinte nur, dass meine Herren was Sie hier gezeigt haben, war nichts! Aber die Österreicher waren auch sehr direkt und meinten als Generaloberst Stechbarth mal nicht sein Fernglas benutzen wollte, Herr General lässt schauen!
Am folgenden Tag, dem 27. Juni 1985 ging wiederum ab 08.00 Uhr mit dem Hubschrauber weiter. Diesmal zum Truppenübungsplatz (TÜP) Allentsteig. Dieser ist im niederösterreichischen Waldviertel zu beiden Seiten der Donau angelegt. Hier erfolgte eine Lehrvorführung im Schießen mit Schützenwaffen, wie Maschinenpistolen, Gewehren und mit leichten Granatwerfern.