© NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
„Ordnung muss sein“
St.O.F. Ekki Brandt ging auf Hasenjagd
Die
Jagdveranstaltungen
fanden
als
ein
traditionelles
gesellschaftliches
Ereignis
einmal
im
Jahr,
in
den
Monaten
Dezember
oder
Januar
statt.
Der
Vorsitzende
des
Staatsrates
und
Generalsekretär
der SED,
Erich
Honecker,
lud
die
Vertreter
des
Diplomatischen
Corps
und
führende
Funktionäre
aus
Staat
und
Partei
zur
Hasenjagd
ein.
Neben
der
alljährlich
stattfindenden
Hasenjagd
mit
den
akkreditierten
Chefs
der
diplomatischen
Missionen
fanden
auch
jährlich
Jagden
mit
den
Vertretern
der
Militär-
und
Verteidigungsattachés statt, zu denen der Minister für Nationale Verteidigung der DDR einlud.
Die
protokollarische
und
technisch-organisatorische
Vorbereitung
sicherte
das
Ministerium
für
Auswärtige
Angelegenheiten.
Die
jagdliche
Vorbereitung
lag
in
Zusammenarbeit
mit
dem
Rat
des
Bezirkes
in
den
Händen
des
Ministeriums
für
Land-,
Forst-
und
Nahrungsgüterwirtschaft.
Die
materiell-technische
Sicherstellung
erfolgte
durch
das
Ministerium
für
Nationale
Verteidigung bzw. die
Grenztruppen
der DDR.
So
wurden
den
Jagdteilnehmern
durch
die NVA die
Bekleidung,
das
Schuhwerk
und
die
Waffen
gestellt.
Jagdhelfer und Hundeführer aus den Jagdvereinen der Bezirke unterstützten die Jagdteilnehmer.
Ich,
zuletzt
Stabsoberfähnrich
Ekkehardt
Brandt,
Sanitätsbataillon
der
11.
MSD,
war
in
den
Jahren
1982
und
1986
in
den
Aufbaustab
zur
Vorbereitung
und
Durchführung
dieser
Jagden
abkommandiert.
Hier
war
ich
u.a.
für
den
Aufbau
des
Jagdlagers
auf
dem
Sportplatz
Zwochau
(bei
Leipzig)
verantwortlich.
Mit
vielen
anderen
zu
kommandierten
Armeeangehörigen
wurde
buchstäblich
bis
zuletzt
alles
militärisch
exakt
und
70 Jahre Gründung der NVA und der 11.MSD
Erinnerungen und Gedanken aus 35 Jahren Kampf für Frieden
zurück 1982
weiter
mit
hoher
Qualität
vorbereitet
und
durchgeführt.
Von
Seiten
der
Jagdteilnehmer
gab
es
immer
Lob
und
Anerkennung.
Allerdings
gab
es
auch
manches
Mal
Ärger.
So
z.
B.
1982,
als
ich
an
den
dortigen
Küchenleiter
150
Stück
weiße
Servietten
übergab,
die
nach
Beendigung
der
Maßnahme
plötzlich
fehlten.
Ich
sollte
dafür
in
Regress
genommen
werden.
Aber
militärisch
geschult
hatte
ich
mir
die
Übergabe
an
den
Küchenleiter
quittieren
lassen.
Dieser
Nachweis
rettete
meine
erhaltene
Geldprämie
in
Höhe
von
250,00
Mark,
die
sonst
als
Schadenersatz
wieder
zurückbezahlt
werden
musste.
Eine
zweite
unangenehme
Begebenheit
war
1986
nach
einem
erfolgreichen
Jagdtag.
Beim
Ab
–
und
Aufräumen
wurde
festgestellt,
das
rund
70
paar
Edelstahlbestecke
fehlten,
für
die
auch
mit
die
Verantwortung
trug.
Kurzerhand
wurden
alle
beteiligten
Armeeangehörige
vor
dem
Abmarsch
zum
Absitzen
befohlen,
eine
Kleider-
und
Gepäckkontrolle
durchgeführt
und
die
Mehrzahl
konnte
sichergestellt
werden.
Auf
Nachfrage
erklärten
die
kontrollierten
Soldaten,
dass
sie
diese
Bestecke
nur
mitnehmen
wollten,
um
in
ihren
Garnisonen
nicht
mehr
mit
dem
obligatorischen
Aluminium-
Besteck
essen
zu
müssen.
So
konnte
ich
sowohl
am
14.12.1982
als
auch
am
06.12.1986
den
Jagdtag
für
mich
als
Erfolg
verbuchen.
Zu
weiteren
Einsätzen
kam
es
nicht
mehr,
auch
weil
der
Aufwand zu hoch war.
am 31.08.2026