70 Jahre NVA und 11.MSD
NVA - Interessengemeinschaft Halle/Saale
NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
© NVA-Interessengemeinschaft Halle/Saale - Regionalgruppe „Hermann Vogt“
„Die NVA und Österreich“ Erinnerungen von Oberst a.D., Jürgen Hartmann
Der hier zuständige Partner von Generaloberst Stechbarth, General Philipp, nahm das Sturmgewehr -77 (Standardgewehr, eine gute Waffe) mit aufgesetzter Zieloptik in den ausgestreckten Arm, zielte auf laufende Ziele in 100 bis 150 m Entfernung und traf. Da war das Staunen doch groß. Generaloberst Stechbarth nahm mich beiseite und deutete auf die Ziele. Siehst Du sie fragte er mich und hast Du gesehen, wie der geschossen hat? Ja, meinte ich. So, Du machst das jetzt auch wie der und wehe Du triffst nicht. Ich habe geschossen und getroffen. Da war die Freude beim Chef groß. An diesem Tag durfte ich dann auch noch den Jagdpanzer „Kürassier“ fahren. Dieser Jagdpanzer Kürassier ist eine rein österreichische Eigenentwicklung, etwa 18 t schwer und extra für die Alpenlandschaft entwickelt und ausgerüstet mit einer Kanone Kaliber 5,56 mm. Das unser BMP besser war habe ich allerdings an diesem Tag nicht geäußert. Im Schloß Allentsteig, dem Sitz des Kommandanten des TÜP gab es ein Mittagessen. Wie immer bei den Österreichern, schmackhaft. Dann war wieder ein ereignisreicher, sehr interessanter Tag zu Ende. Nein, doch
70 Jahre Gründung der NVA und der 11.MSD Erinnerungen und Gedanken aus 35 Jahren Kampf für Frieden zurück 1985 weiter
nicht. Mit einem Hüttenabend klang der Tag aus. Beim Herumreichen des Gästebuches legte Generaloberst Stechbarth fest, Ihr Söhne tragt Euch alle ein. Der 28. Juni 1985 hatte es in sich. Wieder mit dem Hubschrauber unterwegs, ging es diesmal nach Vorau, in die Steiermark. Dort waren wir sachkundige Beobachter der Abschlussübung der Theresianischen Militärakademie. Das Übungsthema war "Jagdkampf" und "Verteidigung einer Sperrstellung". Für uns doch etwas ungewöhnlich, die interessierte Teilnahme der Bevölkerung an den einzelnen Übungselementen. Die Auswertung der Übungen nahmen Armeekommandant Philipp und Generaloberst Stechbarth vor. Es waren durchaus sehenswerte Übungselemente, die der Ausbildung an der Militärakademie gerecht wurden. Bei den Ansprachen zum Mittagessen nach der Übung in der Ortschaft Puchegg waren für uns doch ungewohnte Anreden zu hören. Die Anrede des Kommandanten der Militärakademie lautete: Herr Generaloberst, Herr General, Herr Vikar, Herr Senator, Herr Bürgermeister, Frau Bürgermeisterin, Meine Herren. Dagegen knapp und doch korrekt die Anrede unseres Chefs, Generaloberst Stechbarth: Herr General, Herr Bürgermeister,